Menuhin und wie er die Welt sieht
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Das Geschäft mit der Schuld

Warum immer mehr und immer pompösere Gedenkstätten und Gedenkveranstaltungen?

Mit der gleichen verfehlten Logik, mit der man Deutsche als „Tätervolk“ bezeichnet, könnte man dies auch mit Juden tun.

Das behauptete, zusammengefasst, Martin Hohmann am 3. Oktober 2003. Er berührte damit ein Tabu und verlor bald darauf alle politischen Ämter. Denn seit 1945 haben bestimmte jüdische Kreise darauf gesetzt, immer und ewig Opfer zu sein. In der Bundesrepublik hat man, im Vergleich zu Österreich oder der früheren DDR, diese Taktik sehr gefördert, weil sich ihre Politiker gerne schuldig und zahlungsbereit zeigen.

Welches andere Land?

Welches andere Land würde es erlauben, wertvolle Grundstücke im Herzen seiner wichtigsten, aber gleichzeitig bankrotten Städte einfach wegzugeben, um sie mit hässlichen Mahnmalen oder mit „Dokumentationszentren“ überbauen zu lassen?

Wenn es im Londoner Nottinghill Gate 200.000 Zulu gäbe, die ein Mahnmal am Piccadilly Circus verlangten, um die von der britischen Armee bei Rorke’s Drift (Südafrika, 1879) getöteten Zulu und die unzähligen Schwarzafrikaner, die von der Kolonialmacht umgebracht wurden, zu ehren – würde die britische Regierung sie ernst nehmen?

Wenn die amerikanischen Indianer ein Mahnmal zum Beispiel an der Stelle des Watergate-Gebäudes in Washington D.C. verlangten, um die unzähligen von amerikanischen Siedlern ermordeten Indianer zu ehren – würde Präsident Bush es bewilligen?

No business like Shoah business?

Die Schweiz ist seit 1997 mehrfach wegen namenloser Bankkonten zur Kasse gebeten worden. Sie hat bis jetzt 1,25 Milliarden Dollar bezahlt, doch nur 400 Millionen Dollar davon sind an Überlebende weitergegeben worden – die „New York Post“ rechnet mit 208,33 Dollar pro Person. Es gibt einfach nicht mehr genügend potentielle Zahlungsempfänger. Anwälte der Sammelklage geben zu, dass sie einfach eine Ziffer aus der Luft gegriffen haben. Das restliche Geld wird unter verschiedenen jüdischen Dachorganisationen verteilt (selbstverständlich wird ein Teil davon für die Unterstützung Israels weitergegeben) und den Klägeranwälten ausbezahlt.

Man kann aus dieser Vorgehensweise schließen, dass es einem globalen Netzwerk bestimmter jüdischer Organisationen (darunter der Jüdische Weltkongress, das Simon-Wiesenthal-Zentrum, B'nai B'rith, die Anti-Defamation League und die Jewish Claims Conference) völlig egal ist, wie sehr sie die unabänderliche Vergangenheit aufwühlen, wie sehr sie die restliche Welt dadurch schikanieren und den Alltag von jüdischen Familien der Gegenwart, die nur auf ein ganz normales Leben hoffen, erschweren. Betrachten diese Leute sich bei ihrer Arbeit als gewöhnliche erwerbstätige Menschen? Ist so etwas eigentlich als Beruf anzusehen? Oder stimmt es, was der frühere israelische Außenminister Abba Eban (1915-2002) sagte: „There’s no business like Shoah business“?

Dass es so viele jüdische Schoah-Experten gibt, denen es gelungen ist, mithilfe dieses schrecklichen Kapitels der Geschichte Karriere zu machen (z.B. Elie Wiesel), heißt noch lange nicht, dass wir diese Industrie nicht satt haben. Die Mehrheit der Juden würde es meiner Meinung nach vorziehen, unbelastet ihre eigene Gegenwart leben zu können.

Immer neue Mahnmale erleichtern das Geschäft mit der Schuld. Wollen wir das? Warum reicht die Gedenkkultur der ersten fünf Nachkriegsjahrzehnte, für die etwa der „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“ in München mit seinem sechs Meter hohen Denkmal steht, nicht mehr aus? Warum müssen immer mehr und immer pompösere Gedenkstätten und Gedenkveranstaltungen her?

Aber nicht nur die Deutschen sind schuld an dem ewigen Leiden von Juden. Nicht nur das Volk von Bach, Beethoven und Brahms, von Goethe und Schiller wird wegen vor 60 Jahren verübter Taten von früh bis spät des Antisemitismus verdächtigt. Auch wer zufällig ein Buch oder Theaterstück von jüdischer Herkunft kritisiert, wird als Antisemit gebrandmarkt.

Opfer und Täter

Indem er eine vom breiten Publikum längst vermutete, aber gleichzeitig tabuisierte Wahrheit öffentlich aussprach, brach Martin Hohmann nicht nur mit der CDU-Parteipolitik, sondern er gefährdete die Grundlagen des Shoah-Business. Er musste gehen.

Rätselhaft bleibt, warum Hohmann für seine Argumentation auf die Vergangenheit der bolschewistischen Revolution zurückgegriffen hat, obwohl doch israelische Machthaber heute palästinensische Kinder und Frauen morden und ihre Häuser zerstören. Nicht nur hat sich Israel innerhalb von 50 Jahren zu einem klassisch rassistischen Land mit „Lebensraum“-Ansprüchen verwandelt. Es ist Juden auch gelungen, gleichzeitig Opfer und Täter zu sein. Wenn man in diesen Kategorien denken will.

Gerard Menuhin