Menuhin und wie er die Welt sieht
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„Antisemitismus als politische Waffe?“

Dichtung und Wahrheit über Gerard Menuhins Vortrag in Marburg

Am 26. Juni 2007 „berichtete“ die Frankfurter Rundschau über einen Auftritt von Gerard Menuhin in Marburg am folgenden Tag:

„Die Marburger Burschenschaft 'Germania' macht aus ihrem politischen Standort keinen Hehl. Für Mittwoch den 27. Juni hat die Burschenschaft Gerard Menuhin eingeladen. Der Sohn des verstorbenen Weltklassegeigers Sir Yehudi Menuhin soll über das Thema 'Antisemitismus als politische Waffe' sprechen. Seine Weltsicht zeigt der Schweizer in Beiträgen, die er für die National-Zeitung verfasst. In der Kolumne, die das Blatt für den Vielschreiber eingerichtet hat, betreibt Menuhin immer wieder antisemitische Hetze - bezeichnet etwa den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy als 'Sohn einer Nachfahrin sephardischer Juden' und Werkzeug einer 'zionistischen Lobby'.“

Gerard Menuhin folgte der Einladung, in Marburg zu dem ihm vorgegebenen Thema „Antisemitismus als politische Waffe?“ zu sprechen. Was er sagte, ist alles andere als antisemitische Hetze. Anders mag das nur sehen, wer schon die Erwähnung der Herkunft von Nicolas Sarkozy (http://de.wikipedia.org/wiki/Nicolas_Sarkozy) in „Menuhin und wie er die Welt sieht“ (http://www.gerard-menuhin.de/Kolumne/La_Grande_Nation.html) als Tabubruch empfindet. Hier Menuhins Rede:


I.

Liebe Mitglieder und Gäste der Burschenschaft Germania Marburg!

Sie haben mich eingeladen, hier bei Ihnen einen Vortrag über „Antisemitismus als politische Waffe?“ zu halten.

Hinter dem Wort „Waffe“ befindet sich ein Fragezeichen, so dass ich davon ausgehe, dass ich hier sozusagen ergebnisoffen referieren darf.


II.

Die Vorstellung von dem, was heute Antisemitismus genannt wird, wurzelt tief in der Vergangenheit. Nach jüdischer Auffassung hat Gott dem Moses am Berg Sinai die Tora geoffenbart. Im 5. Buch Mose, dem fünften Buch der Tora, befasst sich das Kapitel 28 mit den Konsequenzen, die aus der Befolgung, und jenen, die aus dem Übertreten der Gebote folgen.

Vierzehn Verse handeln von den Vorzügen, wenn das Volk Israel den Geboten des Herrn gehorsam ist:

„Und wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen wirst, dass du hältst und tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete, so wird dich der Herr, dein Gott, zum höchsten machen über alle Völker auf Erden...“

In den 54 anschließenden Versen werden den Juden dagegen praktisch alle Übel angedroht, die man sich überhaupt nur vorstellen kann:

„Wenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme des Herrn, deines Gottes, und wirst nicht halten und tun alle seine Gebote und Rechte, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen ... Denn der Herr wird dich zerstreuen unter alle Völker von einem Ende der Erde bis ans andere.... Dazu wirst du unter jenen Völkern keine Ruhe haben, und deine Füße werden keine Ruhestatt finden. Denn der Herr wird dir dort ein bebendes Herz geben und erlöschende Augen und eine verzagende Seele, und dein Leben wird immerdar in Gefahr schweben; Nacht und Tag wirst du dich fürchten und deines Leben nicht sicher sein.“

Zwischen diesen beiden Extremen – höchstes über allen Völkern auf Erden zu sein und mit allen Plagen geschlagen zu sein – bewegt sich seither die jüdische Gedankenwelt.

Es ist also naheliegend, dass die jüdische Vorstellung, ununterbrochen verfolgt zu werden, aus religiöser Überzeugung entstanden ist.

Heute ist diese Vorstellung weitgehend profanisiert und ihres religiösen Gehalts entleert. Die Idee, dass Gott die Juden bestrafe, bleibt einigen wenigen Orthodoxen vorbehalten. Für die übrigen reduziert sich der Sachverhalt auf eine nicht enden wollende Verfolgung von Juden durch Nichtjuden.

Wenn man es überspitzt ausdrücken wollte:

Die durch die Tora nahe gelegte Haltung wird dem ein oder anderen masochistisch erscheinen. Das Unheil, das den Juden in ihrer Geschichte widerfährt, ist demnach eine von Gott kommende Bestrafung, die man ohne zu klagen als verdient annehmen müsse, da man Gott untreu wurde. Das gilt selbst für die Grausamkeit, mit der die Juden von ihren mächtigen Nachbarn behandelt wurden.

Hinzu tritt jedoch die Idee der Erhabenheit, der Anspruch, das auserwählte Volk zu sein.

Bestrafung und Auserwähltsein stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern es gibt eine Verbindung zwischen beidem durch die Vorstellung, dass Gott denjenigen züchtige, den er liebt.

Die heute überwiegende profane Sichtweise hat die Idee der Auserwähltheit nicht gänzlich abgestreift. Was die Vorstellung angeht, immer und überall verfolgt zu werden, trägt sie jedoch manchmal beinahe wahnhafte Züge. Man kann das vielleicht am ehesten mit einem „Beziehungswahn“ vergleichen. Davon spricht man, wenn jemand die Ereignisse in der Umwelt stets mit der eigenen Person, die vermeintlich im Mittelpunkt all dieser Vorgänge steht, in Verbindung setzt, obwohl sie nach Ansicht seiner Mitmenschen gar nichts mit ihm zu tun haben. Ein Beispiel dafür ist es, wenn die Antisemitismus-Überwachungsorganisation „B’nai B’rith Anti-Defamation Commission“ – wie im Januar 2007 geschehen – darauf aufmerksam macht, dass die Bier-Werbung der Firma Beck’s, die auf das „deutsche Reinheitsgebot“ hinweist, äußerst taktlos sei. Sie werden mir vermutlich Recht geben, dass diese Bier-Werbung mit den NS-Rassegesetzen und der NS-Judenverfolgung nichts zu tun hat. Nicht so aus der Sicht der Antisemitismus-Überwachungsorganisationen. Sie beziehen alles auf sich und die Juden.


III.

Auch die Vorstellung, dass das, was heute Antisemitismus genannt wird, zum Vorteil der Juden eingesetzt werden könnte, ist nicht neu.

So schrieb Theodor Herzl, der Begründer des modernen Zionismus, ziemlich am Anfang seiner Tagebücher der Jahre 1895 bis 1904:

„Der Antisemitismus, der in der großen Menge etwas Starkes und Unbewusstes ist, wird aber den Juden nicht schaden. Ich halte ihn für eine dem Judencharakter nützliche Bewegung. Er ist die Erziehung einer Gruppe durch die Massen und wird vielleicht zu ihrer Aufsaugung führen. Erzogen wird man nur durch Härten ... Die Juden werden sich anpassen.“

Ich zitiere Herzl hier als frühen Beleg für eine instrumentale Sicht des Antisemitismus.

Gleichzeitig möchte ich mit Nachdruck betonen, dass Zionisten überhaupt kein Mandat haben, Juden zu vertreten. Die barbarischen und gewaltsamen Taten von Zionisten sind völlig gegensätzlich zum Geist des jüdischen Volkes.

Es ist die generationenlange Absicht des Zionismus, möglichst überall den Antisemitismus zu schüren und aus jüdischen Leiden Vorteil zu ziehen, um die eigene Sache zu fördern. Tatsächlich sind Hass auf Juden und jüdisches Leiden der Sauerstoff der zionistischen Bewegung. Und von Anfang an hat sie absichtlich den Hass auf Juden geschürt und ihn dann, in vorgetäuschtem Entsetzen, dazu benutzt, die Existenz des zionistischen Staates zu rechtfertigen. Natürlich ist das Machiavellismus im höchsten Grade. Folglich leben die Zionisten vom Hass auf Juden und deren Leiden. Sie versuchen davon zu profitieren, indem sie Juden in ewiger Angst halten, was dazu führt, dass diese die wahre Natur des Zionismus nicht erkennen und stattdessen den zionistischen Staat als ihr Heil betrachten.

Die ironische Realität ist, dass nirgendwo anders auf der Welt Juden so gefährdet sind wie in Israel.


IV.

Lassen Sie mich dem Thema näherkommen, indem ich bei dem weniger streitigen Hauptwort „Waffe“ beginne.

Wozu braucht man eine Waffe?

Zum einen zur Verteidigung.

Schon in den frühesten Zeiten der Menschheit mussten Bewohner von Höhlen Keulen herumtragen, um sich gegen wilde Tiere oder unfreundliche Menschen zu verteidigen. In manchen Teilen der Erde lebten Kannibalen. Das waren vorzivilisierte Zeiten.

Im Mittelalter trug, zumindest in den höheren Schichten, fast jeder ein Schwert oder einen Dolch und wusste diese einigermaßen zu benutzen. Später war es nicht unüblich, wenn man in einer Postkutsche auf Reise ging, von Straßenräubern überfallen zu werden. Eine Pistole war dann hilfreich. In einigen Teilen der Erde existierten nach wie vor Kannibalen. Das waren sozusagen halbzivilisierte Zeiten.

Gegenwärtig dürfen meistens nur unsere Regierungen und ihre Beamten über Waffen verfügen. Obwohl manche Regierungen ein Waffenarsenal besitzen, das ausreichte, die ganze Welt mehrfach zu vernichten, versichern sie uns, dass es nur darum geht, uns zu verteidigen. Manche würden sagen, die Bundesregierung habe den Überblick verloren, verteidigt sie uns doch am Hindukusch, aber nicht in den Straßen von Berlin. Aber wir haben zivilisierte Zeiten erreicht. Oder haben wir vielleicht nur einige äußerliche Insignien der Zivilisation, die da wären: Supermärkte, blitzschnelle Kommunikation, öffentliche Verkehrsmittel im Minutentakt, plastische Chirurgie – und (fast) keine Kannibalen?

Eigentlich bräuchten Nationen keine Waffen, wenn sie nicht von aggressiveren Nationen angegriffen würden. Das gilt auch für den Normalbürger, der nicht angegriffen würde, wenn seine Umgebung von der mit seinen Steuern bezahlten Regierung gefahrlos gehalten würde. Zum Beispiel, indem die Regierung das Geld statt in Waffenarsenale in Bildung und andere für die Gesellschaft vorteilhafte Bereiche investieren würde. Niemand bräuchte dann eine Waffe, um sich zu verteidigen. Leider ist das heutzutage nicht der Fall. Im Gegenteil. In manchen „zivilisierten“ Ländern nimmt die bewaffnete Kriminalität zu.

In Großbritannien wurden 1997 per Gesetz alle Faustfeuerwaffen verboten. Wer unerlaubterweise eine Pistole besitzt, riskiert bis zu 7 Jahre Haft. Seit diesem Waffenverbot ist jedoch die Schusswaffenkriminalität im Vereinigten Königreich stark angestiegen. Kritiker fassen das mit dem Satz zusammen: Jetzt haben nur noch die Kriminellen Waffen.

Aber trotzdem sind wir uns doch wahrscheinlich einig, dass wir in den Demokratien Westeuropas meistens friedlich miteinander umgehen und unsere Hauptaktivität außer Haus, das „Shopping“, ohne Lebensgefahr erledigen können.

Wenn aber eine winzige Minderheit nicht nur völlig unbedroht lebt, sondern regelmässig verlangt, gegen nicht existierende Bedrohungen gesetzlich geschützt zu werden, nimmt sie sich vielleicht selbst zu wichtig, ist sie vielleicht sogar teilweise paranoid? Nein, weil es sich um eine besondere Gruppe handelt, ein Volk, das eine einmalige, mit keiner anderen vergleichbare Verfolgung erlebt hat. Ein Volk, dessen Repräsentanten es nicht zulassen wollen, das die nun bald in allen Ländern der EU verbreiteten Vorschriften gegen das Leugnen oder Verharmlosen von Völkermord auf andere historische Verfolgungen – wie die der Armenier – ebenfalls Anwendung finden. Wenn das nicht ein Zeichen der Überbewertung eines Menschenleben gegenüber einem anderen ist! In Deutschland ist das Wohlergehen dieses Volkes und die gesicherte Existenz Israels zum Kern der deutschen Staatsräson erklärt worden, obwohl im Grundgesetz darüber gar nichts steht. Warum ist das so? Weil die Deutschen besonders schuld daran waren, dass dieses Volk seine einmalige Verfolgung erlebt hat. Die deutsche Regierung möchte es auch so. Aber was kam zuerst? Die noch vor zwanzig Jahren den Gegenstand eines Historikerstreits bildende These, diese Verfolgung sei singulär? Oder die bedingungslose Bereitschaft, die Anerkennung der Singularität des Holocaust zum Dogma zu erheben, zur – wie es Frau Merkel formuliert – „Voraussetzung dafür, dass wir frei und souverän sein können“?

Es ist durchaus möglich, dass Teile eines Volkes unter Verfolgungswahn leiden können, zumal, wenn dieses Volk ein- oder mehrmals tatsächlich Verfolgungen erlebt hat. Das ist vielleicht sogar mit den Mitteln der Psychoanalyse – einer jüdischen Erfindung – belegbar, hat doch Freud selbst über „kollektive Neurosen“ geforscht. Ich werde jetzt nicht versuchen, die zahlreichen Fälle aufzulisten, in denen Juden aus verschiedenen Ländern aus welchen Gründen auch immer vertrieben wurden. Aber auch wenn ein Volk Verfolgungen erlebt hat, kann es nicht erwarten, dass alle anderen die Vorstellung nicht enden wollender Verfolgung teilen. Das wäre eine maßlose Selbstüberschätzung!

Aber ich sprach von Waffen. Waffen werden auch zum Angriff gebraucht. Aber nicht von normalen, ehrlichen Bürgern. Wenn wir über einen derartigen Fall lesen, handelt es sich meistens um einen Einzelnen, der von mehreren mindestens mit Messern bewaffneten Personen überfallen wurde. Das ist in höchstem Maße unfair. Wir können bei solchen Fällen mit Recht von „guten“ und „schlimmen“ Menschen sprechen. Die guten sind dabei die unbewaffneten und die schlimmen die bewaffneten. Alles klar?

Was aber, wenn die „Guten“ zugleich die bis an die Zähne Bewaffneten sind und sich nicht scheuen, ihr ganzes Arsenal – mit Ausnahme der ebenfalls in ihrem Besitz befindlichen Nuklearsprengköpfe – gegen Menschen zu benutzen, die zum größten Teil nur mit Handfeuerwaffen und Steinen bewaffnet sind? Sind sie noch die „Guten“? Ich nehme an, dass die Antwort „Ja“ lautet, wenn es Juden sind. Wenn Sie, verehrte Anwesende, innerlich gerade mit „Nein“ antworteten, sind Sie Antisemiten.

Aber haben Sie je einen Israeli gesehen, der sich über „Diesen verdammten Antisemiten“ äußert, wenn er gegen einen Palästinenser wütet? Würde das denn heißen, dass die Juden erkennen, dass das Wort in diesem Fall bedeutungslos ist? Dann könnte es auch heißen, dass Israelis Araber im Allgemeinen als semitisch anerkennen. Wie bekommt also der Begriff „antisemitisch“ plötzlich die Bedeutung „judenfeindlich“, wenn er in Europa oder in Amerika benutzt wird? Das ist ja ziemlich verwirrend, weil der Feind in vielen Fällen doch Araber ist, also ebenso semitisch wie ein Jude. Oy veh!

Laut einer neulichen Umfrage der völlig unparteiischen „Anti Defamation League“ – ADL – sind die Schlimmen immer gleich schlimm. Sie zwingen die „Guten“ und Unschuldigen, die ewigen Opfer, sich zu wehren, ob in Deutschland oder in Israel oder anderswo. Man „wehrt“ sich gegen bis jetzt arglose Feinde, erklärt ihnen den Krieg und erwartet, dass wir die „Guten“ unterstützen.


V.

Nach so vielen jahrhundertelangen Leiden in unzähligen Kriegen verfeindeter Regime, Könige usw. ist es unverständlich, warum die Welt jetzt im 21. Jahrhundert immer wieder durch Kriege aufgewühlt ist. Aber wir müssen annehmen, dass es Gründe dafür gibt. Was sind diese Gründe? Man hat versucht, uns mit Lügen von dem letzten und noch immer wütenden Krieg im Irak zu überzeugen. Jetzt aber sind die Aggressoren nackt; die wahren Motive der Kriegstreiber sind offenkundig. Es geht um Erdöl und Macht; es geht um die Einkreisung der heraufkommenden Weltmacht China. Es geht um die Erhaltung Israels.

Wenn wir die Mentalität der Angreifer-Regierungen teilen, dann werden wir diese Kriege für akzeptabel halten. Auch wenn es nicht um Demokratie geht oder darum, den Anbau von Drogen zu behindern. Aber wer sind „wir“? Sind wir US-Amerikaner der Republikanischen Partei? Sind wir US-Amerikaner mit US-/israelischem Doppelpass? Oder sind wir einfach eingeschüchterte bzw. ignorante Europäer? Die vielleicht zum Vorteil lachender Dritter von Zeit zu Zeit aufeinander losgehetzt werden können. Oder glauben wir: „Der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel“ – wie Carl von Clausewitz im Jahre 1833 erklärte? Wer „wir“ auch sind, können wir Mord an unzähligen Unschuldigen aus diesen Gründen gutheißen? Ich hoffe, die Antwort ist: „Selbstverständlich nicht!“ Aber die Kriege gehen weiter, ob wir sie gutheißen oder nicht.

Um uns Bürger zu überzeugen, Krieg sei unumgänglich, werden wir ständig mit künstlichen Gefahren bombardiert. Auf den Rinderwahn folgen die Vogelgrippe und die Entwicklung von Nuklearwaffen im Iran, an die sich nahtlos der angeblich unausweichliche „Krieg der Kulturen“ anschließt. Der nächste Feind ist längst vorprogrammiert: der Islam. Der Islam hat angeblich vor, die ganze Welt zu erobern, um uns allen seinen Glauben aufzuzwingen. Ich kenne mehrere intelligente, gebildete Menschen, die dies glauben. Aber wo ist der Beweis dafür? Wer sind die Befehlshaber dieses angeblichen Welteroberungsplanes? Welche moslemische Nation leitet die Operation? Wo und zu wem haben ihre Führer privilegierten Zugang? Welche Medienimperien kontrollieren sie? Hat irgendein moslemischer Verein ungehinderten Zugang zur Macht, zur Kanzlerin, zum Weißen Haus?

Oder ist es die Demographie, die westliche Länder fürchten lässt, langsam verschlungen zu werden? Wenn wir ebensoviel Wert auf Kinder legten bzw. wenn unsere eigene Regierung uns nicht davon abschrecken würde, würden wir vermutlich kaum weniger Kinder haben.

Ist es das einstige Osmanische Reich, das uns schreckt? Das waren andere Zeiten, als Tyrannen die Welt mit überlegener Macht und organisierter Gewalt zu erobern versuchten – ohne dabei allerdings so erfolgreich zu sein wie das Britische Reich.

Oder basiert diese Furcht nur auf dem Anderssein von Moslems ? Haben wir nicht inzwischen gelernt, das Anderssein zu respektieren? Ich weiß es nicht. Aber ich sehe keinen einleuchtenden Grund, warum wir einen Krieg der Kulturen erwarten oder ermöglichen sollten.

Doch mancher verspricht sich Vorteile von einem Krieg. Moshe Sharett, israelischer Aussenminister von 1948 bis 1956 und von 1954 bis 1956 Ministerpräsident, fasste in seinem Tagebuch 1955 die für viele Kriegstreiber typische Denkweise von Moshe Dayan, damals Generalstabschef der Armee, wie folgt zusammen:

„Dieser Staat […] um seine Moral hochzuhalten […] darf, nein, muss Gefahren erfinden, muss Provokation und Vergeltung zur Methode machen ... Und vor allem lasst uns auf einen neuen Krieg mit den arabischen Staaten hoffen, so dass wir unsere Probleme schließlich loswerden und unser Land bekommen.“

Und natürlich können uns unsere Regierungen einen neuen Krieg aufzwingen, wenn sie die Nationen des Nahen Ostens weiter provozieren. Das Moralitätsorakel Amerika hat Syrien und Iran schon zu „Schurkenstaaten“ deklariert. Im Sumpf der Kriege im Irak und in Afghanistan peitschen wir den Hass gegen uns weiter auf. Die Vereinten Nationen drohen ständig mit Sanktionen gegen den Iran. Damit sind wir schon ziemlich weit gegangen. Die EU ergreift Partei, indem sie sich an dem Propagandafeldzug mitbeteiligt. Jetzt wäre es ganz genehm, würden einige moslemische Menschen bzw. Gruppierungen hier und dort Bomben detonieren lassen. Wenn sie es nicht tun oder nicht schnell und oft genug tun, könnten Geheimdienste, etwa die CIA, mit Unterstützung von US-Satelliten wie Deutschland, Großbritannien, jetzt auch Frankreich, es für sie tun. Wenn außerdem Seuchen oder Katastrophen nötig sind, um das Publikum aufzurütteln und wieder in Panik zu setzen, lässt sich auf Wunsch auch das organisieren. Wenn der richtige Moment gekommen ist, kann Amerika Miniatombomben werfen. Die Mitgliedsländer der NATO könnten als neue „Koalition der Willigen“ eingreifen.

Wenn es dazu kommt, wird die Weltbevölkerung in Angst versetzt sein und nicht mehr wissen, wo die Wahrheit liegt. Sie kann nur hilflos zusehen und den Nachrichten in den gleichgeschalteten Medien folgen. (Der im Besitz des Zionisten Murdoch stehende US-Sender Fox-tv, der von vielen Millionen ungebildeten Amerikanern aufgesaugt wird, hat dem auf Tatsachen und Recherchen gegründeten Journalismus längst den Rücken gekehrt.) Der Dritte Weltkrieg hat dann begonnen. Aber es ist ein Krieg, der nicht zu gewinnen ist. Aus der Geschichte hat man anscheinend nicht gelernt, dass eine normale Armee organisierte Guerillakämpfer nicht besiegen kann.

Das ist auch der Grund, warum die US-Operation „Enduring Freedom“ und die sogenannte ISAF in Afghanistan nie die Taliban besiegen werden. Wenn dort infolge der Katastrophe im Irak immer mehr US-Soldaten sterben, wird das dann vermutlich von Demokraten besetzte Weiße Haus erklären, die Afghanen seien nicht reif für die Demokratie, oder sonstigen Quatsch vorschieben, um die amerikanischen Soldaten abzuziehen. Ihre Verbündeten werden es genauso machen. Herr „Präsident“ Karsai, wenn er seinen Kopf behalten möchte, zieht mit den Amerikanern ab. Die Taliban kommen zurück und teilen sich das Land mit den Drogenbaronen. Unsere für den angeblichen „Wiederaufbau“ verschwendeten öffentlichen Gelder werden denen zugute kommen. Das Volk wird sich wieder an eine afghanische Lebensweise gewöhnen. Die karge Gebirgs- und Wüstenlandschaft wird bald die Wunden des Landes zudecken. Nach einiger Zeit wird die jämmerliche Einmischung der verschrobenen Ausländer völlig vergessen. So ist es nämlich, in einem völlig anderen Land, wo westliche Normen überhaupt nicht gelten.

Inzwischen werden wir in Europa mit den Ergebnissen unserer Einmischungen alle Hände voll zu tun haben. Angesichts der äußerst prekären Lage werden Polizei und Militär (auch Soldaten der Besatzungsmächte) das Sagen haben. Der Bürger wird den hysterischen Launen unfähiger Politiker ausgesetzt sein.

Aber wofür das Ganze? Es gibt Geld genug, um für Nahrung und Trinkwasser zu sorgen. Man ist in der Lage, aus Salzwasser Trinkwasser zu gewinnen. Erdöl kann gekauft werden, statt es an sich zu reißen. Wenn China zu einem Wirtschaftsriesen und Konkurrenten der USA wächst, na und. Was ist so schlimm daran? Die Geschichte hat uns gezeigt, dass Großreiche nicht ewig dauern; dass die Kolonialisation schlimme Spätfolgen hat; dass eine organische Entwicklung unter friedliebenden Menschen möglich und wünschenswert ist.

Der Planet ist überbevölkert. Wir haben die Luft und das Wasser verschmutzt. Der Klimawandel ist im vollen Gang. Eine grosse Zahl von Kindern in den westlichen Quasidemokratien leben in Armut – trotz des angeblichen Wirtschaftsaufschwungs. In den gleichen Ländern wird Bildung und Forschung vernachlässigt. Genügen solche Probleme und ihre Lösung nicht?


VI.

Nein, weil diese Probleme schwer lösbar sind und von den bewährten Volksvertretern – besonders von den auf möglichst viele Privilegien erpichten Kostgängern des Volkes – gar nicht gelöst werden können. Also freuen sich diese Menschen während ihrer politischen Durchreise, das Volk von seinen wahrhaften durch künstliche Leiden ablenken zu können. Wenn es gleichzeitig dem großen Verbündeten Amerika dient, umso besser. Ihm dient es sowieso und – ganz nebenbei – dem Ministaat Israel und vermeintlich auch den Juden – geschätzte 13,3 Millionen oder ganze 0,2 % der Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen. Eigentlich sollte ich das nicht sagen, weil es als „antisemitisch“ oder judenfeindlich eingestuft werden könnte. Frage: Ist also der „semitische“ Anteil der Weltbevölkerung nur 0,2 %? Natürlich nicht. Araber sind auch Semiten. Semitisch ist, wessen Wurzeln auf die in der Bibel aufgelisteten Völker zurückgehen, die von Sem, einem Sohn Noahs, abstammen. Dazu gehören Araber und Juden, aber auch Babylonier, Assyrer, Aramäer, Kanaaniten und Phoenizier.

Es gibt weltweit geschätzte 1,5 Milliarden Moslems, die 21 % der Weltbevölkerung ausmachen. Also – ohne die Juden beleidigen zu wollen – ist ihr 0,2-%-Anteil an der Weltbevölkerung im Vergleich mit dem moslemischen Anteil unsichtbar. Warum also hören wir so viel und ständig über „Antisemitismus“, wenn es nur diesen winzigen Teil der Semiten betrifft? Da sind wir wieder durcheinander wegen des bekannten Begriffs „Antisemitismus“!

Ich habe schon mehrmals versucht, die Bedeutungslosigkeit dieses Wortes anzusprechen. Sein Erfinder, der Journalist Wilhelm Marr, wollte 1879 einen neuen Ausdruck für Judenfeindlichkeit an die Hand geben und hat statt dessen als Halbgelehrter ein Unwort erfunden. Dass meine Enzyklopädie dem Stichwort “Antisemitismus“ 8 ½ Seiten widmet, ändert daran nichts. Die Bedeutungserklärung, die mir am besten gefällt, ist diese: „Früher wurde als Antisemit bezeichnet, wer Juden nicht mochte. Heutzutage ist es jemand, den die Juden nicht mögen.“


VII.

Ich nehme an, dass das Thema „Antisemitismus als politische Waffe?“ mir nicht vorgeschlagen worden wäre, wenn nicht der amerikanische Gelehrte Professor Norman Finkelstein vor zwei Jahren ein Buch mit dem Titel „Antisemitismus als politische Waffe“ veröffentlicht hätte. Vermutlich möchte man meine Meinung dazu hören.

Sie engagieren sich in einer Studentenverbindung, Sie betreiben Ihr Studium mit dem nötigen Ernst. Wenn Sie dieses Jahr daneben auch nur ein politisches Buch lesen, sollte es tatsächlich das Buch „Antisemitismus als politische Waffe“ – Untertitel: „Israel, Amerika und der Missbrauch der Geschichte“ – von Professor Finkelstein sein. Wenn Sie zwei politische Bücher lesen, sollte das andere Buch – soweit sie es noch nicht schon hinter sich haben – Finkelsteins Buch „Die Holocaust-Industrie“ sein.

Warum? Weil Finkelstein der Welt mit seinen Büchern eine Fülle von Erkenntnissen von unschätzbarem Wert gegeben hat. Als Jude und als Wissenschaftler hat Finkelstein uns die Tatsachen beschrieben und damit sehr viel zur Aufklärung beigetragen. Das gilt für seine Erkenntnisse zum Zionismus ebenso wie für die zum israelisch-palästinensischen Konflikt wie auch für seine Kritik an Goldhagen, aber auch für seine Enthüllungen über die Jewish Claims Conference und die Ausbeutung jüdischen Leidens, ja über die Holocaust-Industrie schlechthin.

Auch wenn das stimmt, könnten Sie fragen: „Warum sollte ich daran interessiert sein?“ Sie sollten daran interessiert sein, weil diese Themen nicht nur Juden oder Israel oder die Politik angehen, sondern uns alle in unserem täglichen Umgang. Diese Bücher erklären viele gegenwärtige Zustände, inklusive die Verhältnisse in Deutschland und die Beziehung zu Israel. Finkelstein schreibt in „Antisemitismus als politische Waffe“ (S. 102): „Die ‚Aufklärung’ über den Holocaust und der dazugehörige Leitspruch ‚Nie wieder!’ werden als ideologische Waffe missbraucht, um jüdische Interessen durchzusetzen.“

Was sind denn die vermeintlichen „jüdischen Interessen“ – richtiger müsste es heißen: „zionistischen Interessen“? Nennen wir einige: die weitere finanzielle Unterstützung Israels; die Ausdehnung Israels zu einem „Groß-Israel“; dadurch die Erlangung von Erdöl und regionaler Macht; die Kontrolle wichtiger Regierungen und Medien; die Gewinnung einflussreicher Menschen durch Geld oder Druck. In Kürze, auch die Interessen der Regierung US-Amerikas, die von einem solchen territorialen und psychologischen Expansionismus nur begünstigt wird.

Bitte erlauben Sie mir, einige Stellen aus dem Werk von Prof. Finkelstein zu zitieren. Die, die es gelesen haben, bitte ich um Verzeihung. Die, die es noch nicht kennen werden hoffentlich ermuntert, sich sein Buch vorzunehmen.

Finkelstein schreibt über den angeblichen „neuen Antisemitismus“:

„Durch Vorkommnisse der letzten Zeit wurde noch einmal sehr deutlich, wie wenig der neue Antisemitismus mit Antisemitismus und wie viel er mit Israel zu tun hat. Auch trat offen zutage, wie der neue Antisemitismus dazu benutzt wird, eine offene Allianz zwischen dem Staat Israel und seinen Unterstützern am rechten Rand zu schmieden. ...Die ADL (Anm. von Gerard Menuhin: Anti Defamation League – eine Wohltätigkeitsliga, so etwas wie die Anti-Krebs-Liga, nur auf Juden begrenzt) hielt es für angebracht, Berlusconi ihre Auszeichnung für herausragende Staatsmänner zu verleihen. Foxman erklärte warum: ‚Dieser Mann ist in Europa der einzige, der klar seine Stimme erhebt, wenn es darum geht, Unterstützung und Verständnis für Israel zu bekunden.’ Und: ‚Berlusconi hat laut gesagt, dass Antizionismus Antisemitismus ist’.“


VIII.

Ganz nebenbei in Sachen Wohltätigkeitsorganisationen. Vergleichen wir z. B. den WWF oder Greenpeace oder Amnesty International, große Organisationen, die tatsächlich nützliche Ziele im Bereich Umwelt oder Humanität verfolgen. Diese Organisationen werden von Wirtschaft und Regierungen häufig als Plage betrachtet. Sie haben bestimmt nicht den gleichen Zugang zu den höchsten Regierungsebenen wie, sagen wir, B’nai Brith oder die Jewish Claims Conference oder die Anti-Defamation League, (um nur einige der schätzungsweise über 35 bedeutenden internationalen jüdischen Organisationen zu nennen). Auch können WWF, Greenpeace oder Amnesty International nicht hoffen, Millionen Euro aus öffentlichen (deutschen) Geldquellen zu bekommen. Diese wichtigen Organisationen im Dienst der Allgemeinheit müssen sich mit privaten Spenden begnügen.

Vergleicht man die Arbeit und die Leistungen von Umwelt- und Menschenrechts-Organisationen mit der Arbeit und den Leistungen bedeutender zionistischer Organisationen, merkt man schnell, wer öffentliche Unterstützung mehr verdient.

Die Frage stellt sich, was wichtiger ist:

Ständig mit Mitteln aus den schon völlig überlasteten Haushalten die Erinnerung an ein bestimmtes Kapitel der Vergangenheit in den Mittelpunkt zu stellen, wozu unzählige Mahnmale auf wertvollen Innenstadtgrundstücken errichtet werden und wodurch bestenfalls eine Gruppe von Menschen profitiert?

Oder der Versuch, fast unüberwindliche Ungleichheiten, weitere Umweltschäden, giftige Emissionen, die Zerstörung des Urwaldes, Folter und andere unmenschliche Behandlungen zu stoppen oder wenigstens einzudämmen, was der ganzen Menschheit zugute kommt?

Kurz nach der Ehrung von Herrn Berlusconi „bereiteten israelische Regierungsvertreter dem Führer der italienischen Neofaschisten von der Nationalen Allianz, Gianfranco Fini, einen 'pompösen und feierlichen Empfang'. Fini hatte die Einladung laut israelischen Quellen deswegen erhalten, weil 'Jerusalem Finis unerschütterliche Unterstützung für die Politik Sharons begrüßt' und weil die israelische Regierung ganz besonders angetan war, dass Fini 'sich in seiner Rede bei einem Treffen der B’nai Brith (der Dachorganisation der ADL) in Mailand für den Trennzaun ausgesprochen hat'." (S. 105)

Man kann daraus schließen, dass Fini dieselbe Art von Opportunismus wie Haider betreibt. Im Zusammenhang mit dem Kärntner zitiert Finkelstein aus „Return“ von Schoenfeld:

„Haider bemüht sich zu betonen, wie viel ihm an einer Freundschaft zwischen Österreich und dem Staat Israel liegt. Er hat auch schon das Holocaust-Museum in Washington besucht.“ (S. 106)

„So wie Israel davon profitiert, dass die Vereinigten Staaten den ‚Krieg gegen den Terror’ ausgerufen haben, so profitieren umgekehrt auch die Vereinigten Staaten vom ‚neuen Antisemitismus’, beeilen sich doch die glühenden Verteidiger Israels, die Kritiker der amerikanischen Politik als ‚Antisemiten’ abzustempeln.“ (S. 107)

„Im Juni 2004 gastierte der Neue-Antisemitismus-Zirkus bei den Vereinten Nationen, und den unvermeidlichen Elie Wiesel zog es erneut in die Manege. Er zeigte sich arg verwundert. Eigentlich sei er ‚überzeugt’ gewesen, ‚dass der Antisemitismus in Auschwitz gestorben’ sei, doch jetzt müsse er, Wiesel, feststellen, dass der Judenhass ‚60 Jahre nach der schlimmsten Katastrophe der Menschheit’ wieder zunehme.“ (S. 108)

„In seiner Rede vor den Vereinten Nationen sagte Wiesel, der Antisemitismus sei ‚die älteste Form von kollektivem Fanatismus in der Geschichte der Menschheit’, noch dazu eine Form, die alle anderen Formen von Fanatismus auf einzigartige Weise in sich vereinige. Alles an den Juden ist einzigartig: der Antisemitismus, der Holocaust, Israel, die jüdische Nation, das jüdische Volk ... Der Chauvinismus hinter dieser behaupteten Einzigartigkeit wäre schon für sich genommen schwer zu ertragen. Hinzu kommt aber noch, dass diese erkenntnistheoretisch wertlose Einzigartigkeitsdoktrin eine wichtige ideologische Funktion erfüllt: Sie erlaubt es Israel, eine moralische Vorzugsbehandlung einzufordern. Wenn das jüdische Leid einzigartig war, braucht sich Israel nicht an den gängigen moralischen Maßstäben messen zu lassen.“
(S. 109)

Tatsächlich lehnen es zahlreiche israelische Politiker auch für sich persönlich ab, sich an gängigen moralischen Maßstäben messen zu lassen. Der israelische Staatspräsident Katzav dachte nicht daran, wegen der Beschuldigung, mehrfach junge Mitarbeiterinnen vergewaltigt zu haben, vorzeitig abzutreten. Der israelische Finanzminister Abraham Hirschsohn lässt seit April wegen Korruptionsvorwürfen sein Amt drei Monate lang ruhen. Justizminister Haim Ramon musste im August 2006 abtreten, gegen ihn ist ein Verfahren wegen sexueller Nötigung anhängig.

Und ein ähnliches Bild bieten derzeit der World Jewish Congress und weitere Dachorganisationen. Israel Singer, Generalsekretär des World Jewish Congress und nach wie vor Präsident der „Jewish Claims Conference“ musste seinen Posten beim Weltkongress wegen der Veruntreuung von Geldern des WJC räumen. Weltbankchef Paul Wolfowitz, der seine Freundin begünstigt hatte, ist, nach langem Kampf, endlich abgetreten.

Alle diese angeblichen höheren Moralinstanzen sind Opfer ihrer enormen Arroganz geworden, die glaubt, sich alles erlauben zu können. Diese Herren sind nur abgetreten, weil es momentan zu früh ist, um sich solches Benehmen in aller Öffentlichkeit zu erlauben. Der jüdische Staat hingegen kann es sich erlauben, seinen Nachbarn, den Libanon, militärisch anzugreifen, die Hauptstadt aus der Luft in Schutt und Asche zu legen und über eine Million Menschen zur Flucht zu veranlassen – ohne vom Rest der Welt Kritik zu spüren. Im Gegenteil, dieser Rest der Welt wird sogar die Kosten des Wiederaufbaus tragen. Kleine Bemerkung: Früher wurden angebliche oder tatsächliche Kriegsschuldige für die Schäden, die sie verursachten, verantwortlich gemacht und mussten Reparationen bezahlen. Wir erinnern uns an die Pariser Vorortverträge von 1919. Aber damals ging es gegen Deutschland und seine Verbündeten. Inzwischen haben wir verstanden, dass Deutschland auf alle Fälle immer und ewig bezahlen muss. Aber wir machen uns nichts daraus.

Es ist sogar soweit gekommen, dass zionistische Extremisten Israelkritiker in ihren europäischen Heimatländern körperlich angreifen und dann nach Israel flüchten, von wo aus sie nicht ausgeliefert werden.

Ich komme nochmals auf Finkelstein zurück, der schreibt:

„Das, was derzeit als ‚neuer Antisemitismus’ bezeichnet wird, besteht im wesentlichen aus drei Komponenten: erstens aus Vorfällen, die übertrieben dargestellt werden oder reine Phantasieprodukte sind, zweitens aus zu Unrecht als antisemitisch bezeichneter berechtigter Kritik an der israelischen Politik und drittens aus Vorkommnissen, bei denen die Kritik an Israel tatsächlich in allgemeine Kritik an Juden umschlägt, was zwar ungerechtfertigt ist, aber niemanden überraschen kann.“ (S. 113)

Finkelstein weiter:

„Amerikanisch-jüdische Dachorganisationen, wie ADL, stehen zu ihrem jeweiligen Gastland in der gleichen Beziehung wie einstmals die jeweiligen kommunistischen Parteien, nur dass für sie nicht das stalinistische Russland, sondern Israel die geistige Heimat ist. Wenn es Abraham Foxman von der ADL und Rabbi Hier vom Simon-Wiesenthal-Zentrum nicht mehr gelänge, Antisemitismus aus dem Hut zu zaubern, würden sie sich sehr bald mit der Notwendigkeit konfrontiert sehen, sich nach richtigen Jobs umzusehen. Im Falle von Foxman und Rabbi Hier wäre das wirklich tragisch: Die beiden beziehen von ihrer jeweiligen ‚Wohltätigkeitsorganisation’ ein Jahresgehalt von beinahe einer halben Million Dollar.“ (S. 114)

„Laut Foxman ist es antisemitisch, dem jüdischen Volk das Recht auf „ein eigenes Heimatland“ sowie auf „Unabhängigkeit und Souveränität“ in Israel abzusprechen – aber sagt er damit nicht, dass Israel in der Tat der Staat aller Juden ist, ganz gleich, wo sie wohnen? Und wer könnte bestreiten, dass Foxman seine eigene Loyalität gegenüber Israel dermaßen nach außen kehrt, dass man meinen könnte, er beziehe Prämien dafür?“ (S. 121)

Die Fremdsteuerung in Amerika ist inzwischen soweit gegangen, dass sie sogar die Universitäten beeinflusst. Es gebe „die Erkenntnis, dass De-facto-Handlanger einer ausländischen Regierung sich zusammengetan haben, um die akademische Freiheit in den Vereinigten Staaten einzuschränken.“ (S. 118)

Am 8. Juni wurde bekannt gegeben, dass Professor Finkelstein unter geheimnisvollen Umständen die unbefristete Anstellung als Dozent an der DePaul-Universität New York verweigert wurde. Manche Kenner sehen einen Zusammenhang mit dem neugewählten Rektor der Uni, der enge Kontakte zur israelischen Organisation ORT pflegt.


IX.

Bis in die späten achtziger Jahre war es vielleicht für einige von uns möglich, die Nachrichten aus Israel, die täglich durch das Fernsehen in unsere Wohnzimmer verbreitet wurden, nicht zu beachten. Jetzt aber sind die Ergebnisse der israelischen Politik, die teilweise von den gleichen Menschen wie die US-amerikanische Politik geleitet wird, eine Gefahr für jedermann. Es könnte jedem und jeder passieren, als einfacher Passant an einem öffentlichen Ort, sei es ein Bahnhof, ein Flughafen oder ein Marktplatz, dass sie oder er und vielleicht auch noch die Kinder von einer Bombe getötet oder verstümmelt werden. Und das geschieht nicht in erster Linie, weil es böse Menschen gibt, die wir „Terroristen“ nennen, sondern weil es mächtige Menschen gibt, die – oft von ahnungslosen „Gutmenschen“ unterstützt – vorhaben, die ganze Welt, aber besonders erdölreiche Länder unter ihre Kontrolle zu bringen. Da wir inzwischen gelernt haben, dass die angeblichen Gründe, den Angriffskrieg gegen den Irak zu führen, gelogen waren, wissen wir, dass es nur darum ging, das Öl an sich zu reißen und dem Willen Israels zu entsprechen.

Amerika ist ein so reiches Land, dass es 426 Milliarden Dollar ausgeben kann, um Krieg zu führen. Man könnte fragen, warum es denn nicht dieses gleiche Geld benützt hat, um das Erdöl zu kaufen? Weil es mit überlegener Gewalt gegen ein vermeintlich untergeordnetes Volk möglich sein sollte, das Erdöl zu nehmen. Und weil danach ein wichtiges nahöstliches Land und Gegner Israels besetzt und ewig ausgeschaltet sein soll. Und weil die Besatzung Iraks zur Einkreisung Chinas beiträgt, ist doch China das Land, das mit seiner Wirtschafts- und sogar Verteidigungsmacht Amerika bedroht.

Dazu soll der Irak nur der erste Schritt sein. Danach kommen die anderen sogenannten Schurkenstaaten – die Heimatländer dieser Bösemenschen, die es wagen, sich gegen Amerika zu wehren und sich nicht in die „westliche Wertegemeinschaft“ einzuordnen. Übrigens wird unser aller Intelligenz jedes Mal beleidigt, wenn dieser wertlose Ausdruck benutzt wird.

Dieser Welteroberungskrieg im Namen der „Demokratie“ oder „Krieg gegen den Terrorismus“ – oder wie auch immer die anderen beschönigenden Bezeichnungen lauten – gibt dann wieder den Regierungen der mittlerweile fast ausnahmslos in der „westlichen Wertegemeinschaft“ gleichgeschalteten Länder Westeuropas die Möglichkeit, ihre innere Sicherheit gegen die angebliche Bedrohung durch den „Terrorismus“ mit immer schärferen Maßnahmen zu „schützen“. Herr Innenminister Schäuble fühlt sich gezwungen, die Autobahnmaut zu Fahndungszwecken zu benutzen, über noch mehr Wanzen in Privatwohnungen nachzudenken, ja auch sich für das Abschießen von Passagierflugzeugen einzusetzen. Selbst die 12,5 Millionen Euro teure Mauer um Heiligendamm war ihm nicht genug.

Wieso geben alle Regierungen so viel Geld aus, um den Terrorismus zu bekämpfen? Warum werden wir von oft frechen Beamten in Flughäfen gedemütigt, die unser Reisegepäck durchwühlen, weil sich zum Beispiel flüssiger Sprengstoff im Shampoobehälter befinden könnte? Inzwischen ist davon die Rede, diese Maßnahmen zu stoppen, wahrscheinlich weil man doch endlich zu der Ansicht gekommen ist, dass solche Gefahren höchst unwahrscheinlich sind.

Zum Teil mögen diese Maßnahmen unserer Sicherheit dienen. Aber vor allem dienen sie dazu, die Angst anzutreiben und Gründe zu erfinden, unser Leben besser zu kontrollieren, uns auszuspähen, über uns Daten zu bekommen. Kurz: Das Leben von normalen Bürgern zu beschränken. Der Terrorismus ist dafür eine perfekte Waffe.


X .

Und was ist die Zwillingswaffe des Kriegs gegen den Terrorismus? Der Antisemitismus. Beide sind für ihre Nutznießer von unschätzbarem Wert, gleichzeitig sind beide miteinander verbunden.

Lenker und teilweise auch Erfinder des „Terrorismus“ war in erster Linie US-Amerika, unterstützt von Blairs Großbritannien. Niemand hat mehr dazu beigetragen, den Nahen Osten zu provozieren, als diese zwei Länder mit ihren neokolonialistischen Interventionen. Sie sind es auch, die in dieser Region und unter Moslems allgemein den Terrorismus gezüchtet haben. Infolgedessen können sie nun jeden Moslem als potentiellen Terroristen verdächtigen, was ziemlich bequem ist. Und wenn doch einmal bezweifelt wird, ob ein Mann, der entführt und um die Welt nach Guantanamo geflogen wurde, ein Terrorist ist, wird uns erklärt, dass er ein Geständnis abgelegt habe. Mit Geständnissen in amerikanischer Gefangenschaft haben auch manche Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg Erfahrungen gemacht...


XI.

Die Lenker und Erfinder des „Antisemitismus“ – ich habe versucht zu zeigen, wie bedeutungslos das Wort eigentlich ist – sind die Zionisten, unterstützt von weltweit mehr oder weniger dazu gezwungenen jüdischen Gemeinden und angestachelt von ihren „willigen Vollstreckern“, um Herrn Goldhagens eingetragenes Warenzeichen zu borgen. Ohne den Antisemitismus wäre, meinen Zionisten, der jüdische Zusammenhalt gefährdet. Der Antisemitismus ist aus dieser Perspektive der Klebstoff, der Juden als Gruppe zusammen hält.

Auf der einen Seite sind Juden öfters nicht integrationsfähig gewesen, sehen sie sich doch nicht selten selbst als auserwähltes Volk und deshalb nicht mischbar. Auf der anderen Seite werden die, die es doch in der sogenannten Diaspora in ihren Berufen zu etwas gebracht haben, von ihren eigenen Führern und von Israel ständig gemahnt, nach Israel zu siedeln, da sie sich nur vormachen würden, integriert zu sein und der „nächste Holocaust“ sie einholen werde. Juden müssten also zusammenhalten und sich gegen den Feind schützen, ähnlich wie einst die Siedler in Nordamerika sich gegen die Einheimischen in ihren Wagenburgen verteidigt haben.

David Ben Gurion behauptete auf dem 25. Zionistischen Weltkongress in Jerusalem am 28. Dezember 1960:

„Ein großer Teil der [religiösen] Gesetze kann in der Diaspora nicht eingehalten werden – und seit dem Tag, als der jüdische Staat gegründet wurde und die Tore Israels jedem Juden, der kommen wollte, offen standen, hat jeder religiöse Jude, der in der Diaspora blieb, täglich die Vorschriften des Judentums und der Tora verletzt. Wer außerhalb Israels siedelt, hat keinen Gott, sagten die Weisen.“

Ben Gurion fügte hinzu:

„In den freien und wohlhabenden Ländern droht dem Judentum der Todeskuss, ein langsamer und kaum wahrnehmbarer Fall in den Abgrund der Assimilation.“

Unzählige jüdische Organisationen dienen dazu, die Vorstellung nicht endenden jüdischen Verfolgtseins aufrecht zu erhalten – das reicht von örtlichen „Zentralräten“ bis zu dem mächtigen AIPAC (dem America Israel Public Affairs Committee) und der 1913 gegründeten ADL. Über das AIPAC behauptete Scott Ritter, ehemaliger US-Beauftragter und Sucher nach Massenvernichtungswaffen im Irak, im April 2007:

„Wenn wir dem AIPAC weiterhin erlauben, als unerklärter Agent einer fremden Nation zu operieren und die amerikanische Außen- und nationale Sicherheitspolitik auf Kosten unserer Verfassung zu beeinflussen, dann sollten wir unseren Status, demgemäß wir in Wahrheit nicht mehr als eine Kolonie Israels sind, anerkennen, die 'Stars and Stripes' herunterreißen und den David-Stern über unserem Kapitol hissen. Als ein finaler Akt der Unterwerfung wäre dies der erste wahrhaft ehrliche Akt, der sich in Washington während vieler Jahre ereignet hätte.“

Übrigens hat am 16. Mai das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) dafür gesorgt, dass im amerikanischen Kongress eine Gesetzesinitiative scheiterte, mit der Präsident Bush die Ermächtigung entzogen worden wäre, ohne die Zustimmung des Parlaments Krieg zu führen. Dies hätte zur Konsequenz gehabt, dass Bush vor einem Angriff auf den Iran die Zustimmung des Kongresses einholen müsste.

Die Führer dieser jüdischen Organisationen werden reich dafür belohnt, dass sie immer wieder auf angebliche antisemitische Ereignisse deuten. Die Zentralräte haben es sogar so weit gebracht, dass sie sich in die Entscheidungen ihrer jeweiligen Landesregierungen einmischen. Ein Beispiel dafür ist der Versuch des Zentralrats der Juden, einen für die deutsche Wirtschaft wichtigen Plan im Iran zu torpedieren – unter dem Vorwand „Kein Transrapid für Holocaustleugner“ (BILD). Sogar einmalig erfolgreiche Beispiele deutschen Forscher- und Fortschrittsgeistes sollen derartigen Machenschaften weichen.

Wie die Panikmacher genau wissen, langweilen und ärgern sie den normalen Menschen umso mehr, je mehr über „Antisemitismus“ gejammert wird. Sie sind damit eindeutig dafür verantwortlich, dass eine tatsächliche Judenfeindlichkeit – die ohne ihre Anstrengungen nicht zustande kommt – entsteht. Und das ist doch genau das Ziel. Dann können sie behaupten: „Seht, was haben wir euch gesagt, der Antisemitismus blüht noch!“ Es ist ihnen egal, dass sie damit das Leben von normalen Juden in Gefahr bringen. Denn sie, die Wichtigen, werden wie Regierungsmitglieder geschützt.

Tatsächlich ist also dieser endlose Kreislauf von Entdeckung und Verbreitung des angeblichen Antisemitismus wesentlich für ihre Sache – und für die Funktionäre selbst, die sonst eine normale Arbeit suchen müssten. Wenn wir das einmal verstanden haben, verstehen wir auch, dass es überhaupt keinen Sinn hat, diese angebliche Bedrohung zu bekämpfen – da sie in den allermeisten Fällen entweder nicht existiert oder, wenn sie existiert, nur auf Grund der unermüdlichen Arbeit der notorischen Antisemitismus-Bekämpfer selbst. Lassen wir deswegen endlich derartige jüdische Organisationen auf ihrem eigenen eingebildeten Planeten leben. Und versuchen wir durch gesunder Menschenverstand, unsere eigenen Probleme zu lösen.

Finkelstein schreibt:

„Finanzier George Soros, selbst Jude, sagte, der ‚Anstieg des Antisemitismus in Europa’ sei größtenteils auf die Politik Sharons und das Verhalten von Juden zurückzuführen. Foxman von ADL nannte Soros’ Worte ‚absolut obszön’. Wenn ein Jude laut darüber nachdenkt, ob Juden womöglich selbst Antisemitismus schüren, ist das also ‚obszön’, und wenn ein Nichtjude es ihm gleichtut, ist das, man ahnt es schon, antisemitisch.“ (S. 130)

Finkelstein spricht von einem „Dogma, nach dem es sich beim Antisemitismus um eine Nichtjuden befallende Krankheit handle“ (S. 131). Und er ergänzt: „Die Ähnlichkeit dieses Dogmas der Holocaust-Industrie mit der politisch korrekten Interpretation des amerikanischen ‚Kriegs gegen den Terrorismus’ ist offensichtlich: Die Araber hassen uns entweder, weil sie irrationale Fanatiker sind, oder weil sie uns unseren Lebensstil neiden. Es kann unmöglich daran liegen, dass wir irgend etwas falsch gemacht haben – nur Apologeten des ‚Islamofaschismus’ behaupten solchen Unsinn.“ (S. 132)

Selbstverständlich könnte man all das Geld sparen, das für die Bekämpfung von Terrorismus, für den Bau von Mahnmalen, für Umerziehung und für die Gleichschaltung von Schulkindern usw. eingesetzt wird, und es für produktive Zwecke ausgeben, zum Beispiel für Bildung – wenn man nicht damit begonnen hätte, ganze Länder und Andersgläubige zu schikanieren und zu provozieren, sie unter verlogenen Vorwänden anzugreifen und zu überfallen. Keiner wird als „Terrorist“ geboren. Jeder strebt für sich und seine Familie ein glückliches Leben an. Nur wenn er gar keine Zukunft hat, wenn er spürt, wie er und seinesgleichen wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden, reagiert er auf die einzige ihm noch verbliebene Weise.


XII.

Noch ist es nicht zu spät, um die Lage zu retten. US-amerikanische Regierungen wären dadurch ihres Zwecks beraubt, sie sind nicht zu reformieren. Aber wenn europäische Regierungen diesen Unsinn sofort stoppen würden, könnten Menschen überall auf der Welt vielleicht zu einem vernünftigen Leben zurückfinden. Ist das Leben nicht schon schwierig genug? Haben wir nicht alle mit Schwierigkeiten, sei es bezüglich der Arbeit, der Gesundheit oder der Beziehung, genug zu tun? Warum will man uns dazu noch völlig unnötige Probleme und Gefahren aufbürden?

Also hören wir doch endlich auf uns in Angelegenheiten einzumischen, die uns gar nichts angehen. Während die possierlich so genannte „westliche Wertegemeinschaft“ den Irak und den Libanon in Schutt und Asche legt, Afghanistan aufwühlt, die Idee eines Palästinenserstaats systematisch zur Farce degradiert hat, sollten wir besser nicht mehr Herrn Putin diktieren, wie er sich zu benehmen hat! Provozieren wir ihn nicht mehr mit Raketenabwehrsystemen auf der Türschwelle Russlands! Halten wir China keine Vorträge über Menschenrechte! Erstens geht es uns nichts an. Zweitens sind wir selbst nicht unschuldig. Drittens bringt solche Einmischung nichts. Also warum tun wir es weiter?

Ein logischer Anfang einer Versöhnung zwischen West und Ost wäre es, über Monate eine tägliche Entschuldigung in allen Medien zu verbreiten und für den von westlichen Regierungen verbrochenen Unsinn und die Zerstörungen mit Wiedergutmachung zu beginnen. Respekt gegenüber anderen Kulturen nicht nur zu predigen, sondern zu zeigen. Dann wäre vielleicht die ganze Lage gerettet. Der normale Bürger sähe sich nicht mehr von falschen und echten, wenn auch von seinen eigenen Politikern hervorgerufenen Gefahren bedroht. Die Milliarden wären nicht mehr in den Sand gesetzt. Natürlich sind sie auch jetzt nicht völlig in den Sand gesetzt, da zum Beispiel Firmen, die mit Überwachungsgeräten und Waffen aller Art handeln und die Freunde in der Regierung haben, aus dem Terrorismus ein Geschäft machen. Aber das ist eine Minderheit in der Gesellschaft.

Aber eine Umkehr, wie ich sie fordere, ist nicht in Sicht. Und so sind alle normalen Bürger weiterhin betroffen und werden es umso mehr sein, wenn die Vorschläge von Herrn Schäuble verwirklicht werden.


XIII.

Im Gegensatz zu der oft behaupteten „Zivilcourage“ von armseligen Umerzogenen, selbst ernannten Gesichtzeigern und Antifagruppierungen ist das, was Prof. Finkelstein mit seinen Büchern unter Beweis stellt, echte Zivilcourage und Gelehrsamkeit. Wir sollten seine Enthüllungen würdigen und loben. Auch wenn wir dadurch leider nicht glücklicher gemacht werden, sollten seine Bücher in sämtlichen Schulen und Universitäten gelesen und diskutiert werden. Sie sollten die von zionistischen Vereinen und Organisationen verbreiteten Propagandatexte ersetzen.

Mir wurde die Ehre zuteil, gleichzeitig mit Prof. Finkelstein eine Morddrohung von irgend einem schändlichen israelischen Extremisten bekommen zu haben. Nur weil wir uns nicht wie brave Juden eingereiht haben, sondern es wagten, Israel zu kritisieren und die wahren Hintergründe der zionistischen Pläne aufzuzeigen. Prof. Finkelstein und ich stimmen überein, was die Ähnlichkeit zwischen dem Kampf gegen den Antisemitismus und dem Krieg gegen den Terrorismus angeht.

Finkelstein spricht von einer Verschwörung. So haben mich auch die Medien zitiert, obwohl ich das Wort nicht benutzt habe. Aber für mich ist das keine Verschwörung. Eine Verschwörung ist ein geheimnisvolles Komplott. Wie kann man eine solche ewige und in aller Öffentlichkeit durchgeführte Aktion wie die der Ausbeutung Deutschlands, aber auch anderer europäischer Länder, und den seit über einem Jahrhundert andauernden, ununterbrochenen Versuch, die Welt an der Nase herumzuführen, eine Verschwörung nennen?

Charakterlose deutsche Politiker aller Couleur sind sich immer auf einem Gebiet einig: es besteht in Deutschland eine besondere Verantwortung Israel gegenüber und dieser Verantwortung kommt man nach durch Unmengen von Geld, Holocausterklärungen und -projekte, Mahnmale, militärische Geschenke, Sonderbehandlung von jüdischen Immigranten, Zahlungen an Holocaust-Überlebende, neuerdings auch an deren Kinder, Weggabe von Kunstobjekten usw. usf. Kann man eine solche Ansammlung von Milliarden, deren Fehlen übrigens auch zum Teil den deutschen Schuldenberg und die Unfähigkeit der Politiker, deutsche Arbeitslose besser zu versorgen oder deutsche Schulen zu unterhalten, erklärt, ein Geheimnis nennen?

Und es wird dadurch ja nicht besser: Gerade hat die bezaubernde Frau Knobloch, Präsidentin des „Zentralrats der Juden in Deutschland“, verlangt, an deutschen Schulen dem Thema Nationalsozialismus größeren Raum zu geben, obwohl jetzt, laut Redaktionsleiter beim Schulbuch-Verlag Cornelsen, bereits fast ein halbes Jahr über das Thema unterrichtet wird.

Das ist keine Verschwörung, das hat Programm, das ist akzeptierte Politik, das ist, wenn Sie mir einen englischen Ausdruck erlauben: business as usual.

Finkelstein: „In den Vereinigten Staaten bilden Juden heute die wohlhabendste ethnische Gruppe, und mit dieser wirtschaftlichen Macht ist auch eine gehörige Portion politische Macht verbunden. Die jüdischen Wortführer üben diese Macht oft genug ganz ungeniert aus, um die amerikanische Politik gegenüber Israel nach ihren Wünschen zu formen. Dieselben Wortführer setzen ihre Macht aber auch bei anderen Gelegenheiten ein. So haben es amerikanisch-jüdische Organisationen gemeinsam mit Einzelpersonen aus allen Regierungsebenen und aus allen Teilen der Gesellschaft verstanden, unter dem Vorwand der Forderung von ‚Holocaust-Wiedergutmachung’ Europa zu erpressen.“ (S. 135) Denken Sie an den nett lächelnden Herrn Jeffrey Gedmin vom harmlos klingenden Aspen-Institut, den Sie manchmal im Fernsehen sehen!

Finkelstein zitiert einen Herrn Klug, der behauptet, dass es eine Form von Antisemitismus sei, „wenn ein Vorwurf gegenüber Juden antisemitische Stereotype aufgreift, zum Beispiel die Vorstellung, Juden seien ‚mächtig, reich ... und verfolgen ganz eigensüchtig nur (ihre) eigenen Interessen’. Wenn sich aber Juden genau so benehmen, wie es das Stereotyp will, dann kann man schlecht argumentieren, dass sie dazu nicht in der Lage seien, weil sie damit dem Stereotyp zu nahe kämen. Warum sollen sie nicht fähig sein, sich unmöglich aufzuführen, auch wenn das genau dem jüdischen Stereotyp entspräche? Sollen Abraham Foxman, Edgar Bronfman und Rabbi Israel Singer etwa ausserhalb jeder Kritik stehen, weil sie stark an traditionelle antisemitische Klischees erinnern?“ (S. 137)

Wo unterscheidet sich meine Ansicht von der von Professor Finkelstein? Der Unterschied liegt darin, dass Finkelstein innerhalb der jüdischen Gemeinde denkt und schreibt. Ihm geht es um eine Feststellung. Ob er hofft, durch seine Feststellung eine Wende herbeizuführen, weiß ich nicht. Ich hoffe es. Akademisch gesehen hat Finkelstein schon sehr viel geleistet. Meine Bemühungen sind auf und für Deutschland gegründet. Ich bin bemüht zu zeigen, wie eine Änderung in Deutschland eine allgemeine Änderung herbeiführen könnte – mit gesunden, hoffnungsvollen Ergebnissen für die ganze Menschheit. Ich hoffe, dass die Wahrheit nicht nur über die moderne Geschichte, die wir nicht mehr ändern können, sondern auch über unsere Gegenwart eine Wende bringt – und sei es anfänglich nur unter einigen geistig regen und mutigen Menschen und in kleinen Schritten.

Hier geht es zum Kern der Sache. Nochmals Finkelstein: „Die schlimmsten Feinde im Kampf gegen den wahren Antisemitismus sind jedoch die Philosemiten. Das macht sich vor allem in Europa bemerkbar. Weil die Philosemiten glauben, aus Rücksicht auf das historische Leid des jüdischen Volks die Augen vor israelischen Verbrechen verschließen zu müssen, versetzen sie Israel in die Lage, seinen mörderischen Weg unbehelligt weiterzugehen. Was sie dabei übersehen, ist, dass genau das Antisemitismus schürt und schliesslich auf die Selbstzerstörung Israels hinausläuft.“ (S. 139)

Es ist vielleicht verständlich, wenn viele normale Juden den mächtigen, reichen Zionisten folgen – dies geschieht aus Angst und aus quasi-religiösen Gründen. Aber für sonstige Menschen gibt es keinen Grund, Wahnsinn oder gewissenlose Machenschaften zu unterstützen, wodurch sie sich zum Komplizen machen und das Blut von Hunderttausenden an ihren Händen zu kleben droht. Sind viele unserer Politiker so blind, so umerzogen, so korrupt und ganz auf persönlichen Erfolg getrimmt? Ich würde ihnen – den Politikern – dringendst raten, die Bücher von Norman Finkelstein zu lesen und sich dann zu überlegen, ob sie nicht den Kurs um 180° wenden oder – noch besser – ihren Hut nehmen wollen. Wären sie Japaner, würden sie nach ehrenvoller japanischer Sitte vielleicht gar Selbstmord begehen, aber das wäre von diesen Menschen sicher zuviel erwartet. So sollte die Reihenfolge aussehen: Lesen – schweigen – nochmals lesen – abdanken.


XIV.

Wie gehen die angeblichen, selbst ernannten Antisemitismuswächter also vor? Wie geht ein Angreifer vor, wenn er ein Land überfällt? Ziemlich zu Anfang besetzt er die Medien, um sie gleichzuschalten. Dann weiß er, dass nur Nachrichten in seinem Sinne verbreitet werden.

Es gibt in der ganzen westlichen Welt nur fünf große Medienkonzerne:

AOL Time Warner, NBC Universal, Bertelsmann, Murdoch (News Corp.), Viacom.

Wer sind die Verantwortlichen dieser Konzerne?

- Richard D. Parsons, CEO AOL Time Warner (jetzt “Time Warner” genannt) und ein Protegé der Rockefeller-Familie. (Mathias Döpfner, CEO Axel Springer, ist im Vorstand der Time Warner.)

- Robert Iger, CEO Disney, ABC

- Sumner Redstone (Murray Rothstein), CEO Viacom, Paramount

- Jeff Immelt, CEO General Electric NBC, (Jeff Zucker, CEO Universal Studios)

- Rupert Murdoch, Chairman/Peter Chernin, President News Corp. Fox TV

- Howard Stringer, CEO Sony Corp. (Columbia Pictures)

- Leslie Moonves, Präsident des TV-Senders CBS ­Television, Großneffe des israelischen Staatsgründers David Ben Gurion

- Edgar Bronfman jr., CEO von UMG, dem weltweit größten Musikunternehmen

Diese Männer kontrollieren zusammen ABC, NBC, CBS, Turner Broadcasting System, CNN, MTV, Universal Studios, MCA Records, Geffen Records usw. usf.

Schauen wir, was heute Abend im Fernsehen läuft. Zehn Minuten Nachrichten für leicht abzulenkende / nicht belastbare Leute und, schon wieder, „Schindlers Liste“, die Serie „Holocaust“ oder ähnliches. Also „News Lite“ mit Betonung auf Fußball und „Trend“, gefolgt von einem gewichtigen Melodrama.

In Deutschland existieren nur zwei große Mediengruppen: Bertelsmann und Springer. Bertelsmann wird von der Freundin der Frau Merkel, ehemals Telefonistin und später Frau des Herrn Mohn, auch „Liz“ genannt, geführt. Springer von der ebenfalls Merkel nahestehenden „Friede“ Springer, früher Kindermädchen bei Axel Springer. Die Firma Springer ist bekannt dafür, dass jeder Arbeitnehmer fünf Unternehmensgrundsätze unterzeichnen muss, deren zweiter „die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes“ fordert und deren dritter „die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika“ verlangt.

Die bescheidenen Anfänge der beiden Medienmogulinnen erwähne ich übrigens nur, weil der Eindruck nahe liegt, dass ein ehrgeiziger, aber unaufgeklärter Mensch für eine Sache leichter zu gewinnen ist, als einer, der für eine führende Position nach traditionellen Prinzipien ausgebildet ist.

Es gibt in der heutigen Welt keine größere Macht als die, die von den Handhabern der öffentlichen Meinung in Amerika ausgeübt wird. Kein früherer König oder Papst, kein Eroberer oder Priester hatte je annähernd die Macht wie einige Dutzend Menschen, die die Massenmedien der Nachrichten und der Unterhaltung Amerikas beherrschen. Diese Macht erreicht jedes Haus in Amerika und formt den Verstand beinahe jeden Bürgers, sei er jung oder alt, reich oder arm, einfach oder kultiviert.

Wie die BILD-Zeitung ihren Unternehmensgrundsätzen nachkommt, habe ich gerade selbst hautnah erfahren: Nachdem ich am 6. Mai auf einer DVU-Veranstaltung gesprochen hatte, schlagzeilte BILD, dass ich dort „gegen Israel gehetzt“ hätte, obwohl ich kein einziges Wort über Israel verloren hatte. Also eine glatte Lüge. Aber es diente „der Sache“.

Und es geht munter weiter.
Dem der Finanzwelt nahestehenden Verlagshaus Dow Jones – Verleger des Wall Street Journal sowie mehrerer Aktienindizes – droht möglicherweise bald die Übernahme durch den Erzzionisten Murdoch. Journalisten fürchten eine Massenentlassung, gefolgt von einer Politisierung der Zeitung im üblichen Stil Murdochs.

Am 25. Mai übernahm das nunmehr zweitgrößte Schweizer Medienimperium Tamedia die Espace Media Groupe. Beide besitzen Zeitungen, Radio- und TV-Sender. Der Verwaltungsratspräsident der Tamedia heißt Pietro Supino, der Vorsitzende der Unternehmensleitung ist Martin Kall. Manche Kommentatoren bedauern, dass es jetzt nicht mehr die Vielfalt an Meinungen geben wird. Früher sagte man in der Schweiz: „Jeder Stadt ihr Blatt“. Damit ist es längst vorbei, da keine Zeitung es sich leisten kann, selbständig zu bleiben. Aber da liegt nicht das Problem. Das Problem ist, dass alle diese Medien, wenn es um die wichtigen Themen geht, mit einer Stimme sprechen werden. Und diese Stimme wird bestimmt nicht von der Meinung der üblichen abweichen.

Im Internet hingegen gelingt es noch, manche israelkritischen Informationen zu verbreiten – auch ganz sachliche, mit Quellen belegte. Aber auch die Meinungsäußerung im Internet gerät zunehmend unter Druck. Internet-Suchmaschinen wie Google werden bzw. fühlen sich gezwungen, ihre Seiten zu überwachen und ihnen kontroversiell erscheinende Eintragungen mit der unbestimmten und unerklärten Begründung zu entfernen: „Aus Rechtsgründen hat Google 1 Ergebnis von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“, wo weder Rechtsgründe genannt noch ein klare Erklärung gegeben werden.

Finkelstein meint: „Die Kritik an den Printmedien geht für diejenigen, die sich dem Kampf gegen den neuen Antisemitismus verschrieben haben, mit Kritik am Internet einher. Das World Wide Web bereitet ihnen verständlicherweise Sorgen, wird es doch (noch) nicht von denen kontrolliert, die für eine wirklich verantwortungsvolle, ausgewogene Nahostberichterstattung sorgen können – Leute vom Format eines Conrad Black oder Rupert Murdoch.“

In der deutschen Fassung von Finkelsteins Buch fehlt aus unerklärten Gründen die Seite mit dem Satz von Abe Foxman, Direktor der ADL (Anti-Defamation League), in dem er erklärt „ADL hat mit mehreren grossen Internetfirmen eng zusammengearbeitet, um klare Leitlinien zur Regulierung dessen festzusetzen und zu erzwingen, was auf ihren Seiten annehmbar und was unannehmbar ist.“ Weiter behauptet Foxman, die ADL hätte „Software entwickelt, um den Zugang zu Internetseiten zu sperren, die die ADL für hassfördernd hält.“

Inzwischen ist die am 26. Mai 2007 voreingenommen und anonym geänderte Wikipedia-Seite über mich korrigiert. Aber der Versuch, irgendeines Gutmenschen, seine persönliche Meinung einschleichen zu lassen, zeigt, dass wir auch Wikipedia nicht trauen können, da jeder seine Vorurteile hineintragen kann. Allerdings bin ich diesem Menschen dankbar, weil er genau meine Aussage illustriert.

(Nachbemerkung: So wie die wichtigen Medienunternehmen gleichgeschaltet wurden, läuft es gegenwärtig auch bei den größten Posten der Finanzwelt. Sarkozy setzte Dominique Strauss-Kahn als europäischen Kandidaten für den Direktorenposten beim Internationalen Währungsfonds durch. Die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde spricht bei der Diskussion über die Frage, ob auch in Zukunft die IWF-Führung einem Europäer und die Führung der Weltbank einem US-Amerikaner obliegen soll, von einem „Gleichgewicht“. Da muss man schmunzeln. Ein Gleichgewicht? Frankreich besetzt bereits drei internationale ökonomische Schlüsselstellen: Pascal Lamy bei der WTO, Jean-Claude Trichet bei der EZB und Jean Lemierre bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau. Der Bush-Vertraute Robert Zoellick ist gerade zum Präsidenten der Weltbank gewählt worden. Jetzt bekommt offensichtlich Strauss-Kahn den IWF. Muss man die Reihenfolge oder die Verbindung der Entscheidungsträger deutlicher aufführen?)


XV.

Werfen wir einen kurzen Rückblick auf die Geschehnisse in Washington nach dem Ereignissen vom 11. September 2001. Francis A. Boyle, Jura Professor an der University of Illinois, schreibt in einem Artikel in „Counterpunch“:

„Damals begannen US-Kriegsminister Donald Rumsfeld und sein pro-israelischer neokonservativer Vize Paul Wolfowitz zu intrigieren, zu planen, Ränke zu schmieden und sich zu verschwören, um einen Angriffskrieg gegen den Irak zu führen. Man manipulierte dazu die tragischen Ereignisse des 11. September, um für einen Vorwand zu sorgen. Selbstverständlich hatte Irak gar nichts mit dem 11. September oder mit der Unterstützung von Al-Kaida zu tun. Aber das machte Rumsfeld, Wolfowitz und den zahlreichen anderen pro-israelischen Neokonservativen in der Regierung von Bush jr. nichts aus.

Diese pro-israelischen Neokonservativen waren in den Theorien von Professor Leo Strauss (1899 – 1973, deutsch-amerikanischer Philosoph jüdischer Abstammung) geschult, der eine Art machiavellistisch-nietzscheanische politische Philosophie an der Abteilung Politische Wissenschaft der Universität Chicago lehrte...“

Der Journalist Seymour Hersh behauptete, dass er entdeckt habe, wie eine „Clique der Straussianer“ in der Bush-Regierung den Krieg gegen den Irak vorbereitete. Laut Hersh waren diese Straussianer (insbesondere Paul Wolfowitz und Abram Shulsky) von Strauss' angeblicher Überzeugung beeinflusst, dass „Irreführung und Täuschung im politischen Leben die Norm sei“. Strauss habe seine Schüler gelehrt, dass Politik am besten praktiziert werde durch einen König (oder Tyrannen), der durch einen kleinen Kreis elitärer Stichwortgeber beraten werde und immer bereit sei, seine Untertanen zu betrügen.

Prof. Boyle fährt fort:

„Die Neokonservativen und die religiösen Fundamentalisten schlossen eine unheilige Allianz, um Bush jr. vorbehaltlos in allen Bereichen zu unterstützen. Aus ihren eigenen, unterschiedlichen Gründen arbeiteten beide Gruppen auch Hand in Hand, um den genozidalen Ministerpräsidenten Sharon, einen international als solchen anerkannten Kriegsverbrecher zu unterstützen. In der Tat, merkwürdige Bettgenossen.

Präsident Bush mietete sich um die 20 Straussianer, um Hauptstellen seiner Administration zu besetzen, viele davon haben Positionen inne, von denen aus sie die amerikanische Außenpolitik im Sinne Israels und gegen dessen ausgewählte Feinde wie den Irak, den Iran, Syrien und die Palästinenser beeinflussen können. Es war diese Strauss’sche Clique von pro-israelischen Neokonservativen, die eine besondere ‚Nachrichteneinheit’ innerhalb des Pentagons schuf, die für die Herstellung eines großen Teils der Lügen, Täuschungen, Halbwahrheiten und reiner Propaganda verantwortlich war, die die Bush-Regierung dann unter den knechtischen US-Nachrichtenmedien verbreitete, um öffentliche Unterstützung für einen Angriffskrieg gegen den Irak zu erzeugen – zum Vorteil Israels und um irakisches Erdöl zu stehlen.“

Der Kongress steht unter dem starken Druck der AIPAC-Lobby. Das American Israel Public Affairs Committee ist wie der „große Elefant im Raum“, dessen Anwesenheit niemand zugeben will. Jeder der Politiker, die zu den Vorwahlen der nächsten Präsidentschaftswahl im Jahr 2008 antreten, war bei der AIPAC-Konferenz in Washington im März 2007 präsent. Sie alle haben versprochen, eine harte Linie gegen den Iran zu unterstützen. Sie wissen, dass ihre Chancen, die Vorwahlen zu gewinnen, ansonsten gegen Null gingen. Der Standardsatz, den die meisten von ihnen benutzen, lautet: „Nothing is off the table“. Es wird also keine „Option“ ausgeschlossen, auch nicht der Einsatz von Atomwaffen.


XVI.

Im Militärhospital Bethesda in Maryland, U.S.A, liegt ein junger Soldat aus dem Bundesstaat Alabama, der im Irakkrieg die Beine verloren hat. Es handelt sich um einen 20-Jährigen, der nicht einmal die höhere Schule zu Ende gebracht hat. Da er also keine Möglichkeit hatte, beruflich weiterzukommen, schien ihm das Militär mit den Uniformen, mit Ordnung, einem Zuhause, Waffen, Abenteuern, Mythos sehr verlockend. Viele GIs haben nie Waffengewalt erleben müssen, aber wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist, kann es einem passieren. Wie bei den US-amerikanischen Kriege in Korea, Vietnam, Panama, Grenada – oder jetzt im Irak und in Afghanistan. Jetzt liegt der junge Mann hilflos im Krankenbett, wo – wie jüngst bekannt wurde – junge Menschen, die ihre Gesundheit im Dienst ihres Landes verloren haben, möglicherweise keine ausreichende Pflege und ärztliche Behandlung bekommen.

Folgen wir der Spur nach oben. Auch die Offiziere der US-Armee, die nicht an der Militärakademie West Point ausgebildet wurden, sind mit Militärlegenden vollgestopft, geprägt und geblendet, wenn nicht gerade verblödet. Sie glauben an ihre Waffen und Strategien, an den natürlichen Endsieg der Guten – sprich: der weit überlegenen US-Armee.

Ganz an der Spitze der Befehlskette steht das Weiße Haus, von wo aus die Außenpolitik Amerikas gesteuert wird. Das Außenministerium hat sich dort nicht einzumischen. Diplomaten sind nicht unbedingt Verräter, aber sie sind unzuverlässig, weil sie doch Jahre im Ausland verbracht haben, sprechen sogar vielleicht andere Sprachen. Sie könnten die Entscheidungsträger mit Fakten durcheinanderbringen. Sie sind eben nicht mehr gute alte Amerikaner, die nur Amerikanisch kennen und von allen anderen echten Patrioten erwarten, dass sie ähnlich einfach sind. Allein der US-Präsident ist Oberbefehlshaber der Armee. Er trifft die Entscheidungen. Aber was, wenn er nicht nur ein fahnenschwingender Patriot ist, sondern ein reformierter Alkoholiker und „wiedergeborener“ Christ – ein „Fundamentalist“? Was, wenn er nicht sehr intelligent ist? Ja, dafür hat er doch sein Küchenkabinett, in diesem Fall: die Neokonservativen, die zufällig zur Mehrheit aus Juden bestehen. Diese sind alles andere als gute alte Amerikaner. Die sind gute alte Doppelbürger (im Kopf, wenn nicht in Wirklichkeit) mit eigener Agenda. Der Richard Perle war wegweisend, aber er ist im Moment diskreditiert. Da war der Wolfowitz, Architekt des Überfalls auf den Irak, da ist der William Kristol. Diese Männer bzw. ihre Schüler haben die Zukunft Amerikas im Griff, also einigermaßen auch unsere Zukunft in Europa.

Aber folgen wir der Spur wieder abwärts, vom komfortablen, sicheren Weißen Haus, Tausende Meilen von allen Fronten entfernt, wieder sozusagen herunter: zu einem ganz normalen Deutschen, der mit seiner Familie in Großbritannien Ferien macht. Sie stehen am Bahnhof Waterloo, als eine Bombe explodiert. Jetzt liegt der Familienvater ohne Beine in einem Londoner Krankenhaus. Leider haben seine Frau und Kinder die Explosion nicht überlebt.

Dies ist eine fiktive und doch realistische Geschichte, aber erkennen Sie die Verbindungen?

Der amerikanische Soldat wie der deutsche Tourist sind - ebenso wie die 650.000 Menschen, die nach der im Oktober 2006 vom britischen Medizin-Journal „The Lancet“ veröffentlichten Ärztestudie durch die Folgen des Krieges im Irak gestorben sind – Opfer der Welteroberungspläne einer kleinen Clique.

Wer derartige Pläne grundsätzlich kritisiert, wird als „Antisemit“ verleumdet.

Jüngstes Beispiel, wie der Antisemitismus-Vorwurf in all seinen Varianten als Schutzschild und Waffe gegen alle Andersdenkenden eingesetzt wird, ist die gemeinsame Tagung des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung zum „Israelbild in Deutschland“. Auf der Veranstaltung attackierte am 19. Juni Zentralrats-Vize Dieter Graumann die neue Linkspartei, weil deren Chef Lafontaine von einer deutschen Neutralität zwischen Israel und der Hisbollah gesprochen hatte. Lafontaines Politik sei „gekennzeichnet von krankhafter Feindseligkeit gegenüber dem jüdischen Staat“.

Meine Schlussfolgerung ist, dass der Antisemitismus-Vorwurf eine höchst wirksame Waffe ist, effektiv und eindrucksvoll.

Diese Waffe hat wahrscheinlich mehr Millionen Menschen eingeschüchtert und ausgeschaltet, als in der Vergangenheit durch primitivere Methoden bewältigt wurden.


XVII.

Am 15. Februar dieses Jahres wurde ein Deutscher in Deutschland nur wegen der Äußerung einer umstrittenen Meinung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Am 16. März dieses Jahres wurde ein anderer Deutscher in Deutschland wegen ähnlicher Äußerungen zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Wie wir alle wissen, sind die von den beiden Verurteilten geäußerten Meinungen nicht nur „umstritten“, sie sind verboten. Ganz wie es verboten ist, in ein Haus einzubrechen, die Bewohner zu terrorisieren und sämtliche Sachen zu stehlen – nur dafür würde man höchstens vielleicht ein bis zwei Jahre bekommen – je nach Vorstrafenregister.

Wir nehmen das hin, als ob es völlig normal wäre, als ob es um eine Straßenverkehrsvorschrift ginge. Der „Gummiparagraph“ 130 gegen „Volksverhetzung“ kann nach Belieben ausgedehnt werden. In einer freiheitlichen Demokratie muss es aber auch möglich sein, nachweislich falsche Meinungen zu äußern – ganz einfach weil es nicht Sache des Staates ist festzulegen, welche Meinungen falsch und welche richtig sind. Das Volk wird doch nicht verhetzt durch Äußerungen von Menschen, die sich der in einer normalen Demokratie zu erwartenden Meinungsfreiheit bedienen.

Im 21. Jahrhundert schicken wir regelmäßig Menschen ins All, in Bälde auch wieder auf den Mond. Wir haben Satelliten, die die Erde mit einer Auflösung von einigen Zentimetern beobachten können. Auf allen wissenschaftlichen Gebieten wird geforscht und entwickelt. Mit dem menschlichen Genom wird experimentiert, um Krankheiten entgegenzuwirken. Wir haben vor, Kinder nach Maß zu erzeugen. Auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung ist also alles offen. Vermutlich, weil sich dadurch Geld machen lässt. Gleichzeitig aber verringert sich immer mehr die Freiheit des einzelnen Bürgers. Er kann nicht einmal die Meinungsfreiheit als selbstverständlich annehmen.

Der ehemalige Vorsitzende Richter am Landgericht Hamburg, Günter Bertram, kommentierte in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW), Heft 21/2005: „§ 130 StGB enthält irreguläres Ausnahmestrafrecht und steht damit und insoweit zu Verfassungsrecht und Meinungsfreiheit im Widerspruch. Der Gesetzgeber muss sich hier zu einer Richtungsänderung durchringen und – über 60 Jahre nach dem Ende des ‚Dritten Reiches‘ – einen weit vorangetriebenen deutschen Sonderweg verlassen, um zu den normalen Maßstäben eines liberalen Rechtsstaats zurückzufinden.“

Stattdessen will Deutschland in allen EU-Staaten eine – ich zitiere – „Mindestharmonisierung der Vorschriften über die Strafbarkeit des Verbreitens von rassistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen erreichen.“ Haben unsere rühmenswerten Demokratien weder die Gesundheit noch die Kraft, der Meinung eines einzelnen Mannes zu widerstehen, ohne ihn durch Einsperren mundtot zu machen? Und das, obwohl sich doch 1960 der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Hendrik van Dam, mit den Worten „Kein Naturschutzpark für Juden!“ gegen den Volksverhetzungsparagrafen wandte.


XVIII.

Im September 2006 hat mit deutlicher Mehrheit bei einem Referendum das Schweizer Volk ein verschärftes Asylgesetz angenommen.

Wieder zeigte der Schweizer Souverän, dass er Reife und Weisheit besitzt. Und das trotz monatelanger Versuche mancher führender Schweizer Politiker wie der Außenministerin Calmy-Rey und der Alt-Bundesrätin Dreyfuss (beide sogenannte „Welschschweizer“ aus Genf), beide aus dem sozialistischen Lager, das Volk irrezuleiten.

Vielleicht am merkwürdigsten an dieser Volksabstimmung aber war, dass sich der Schweizerische Israelitische Gemeindebund einschaltete und sich gegen die Annahme der neuen Gesetze aussprach.

Die Gesetzesänderung richtete sich gegen den Missbrauch des bisherigen Asylrechts, in einer Zeit, in der Europa sich einer Welle unqualifizierter schwarzafrikanischer Wirtschaftsflüchtlinge gegenübersieht. Man reagierte zum Beispiel darauf, dass zahlreiche Asylbewerber absichtlich ihre Dokumente vernichten. Auf Asylgesuche von Bewerbern ohne gültige Identitätspapiere wird nun grundsätzlich nicht mehr eingegangen, es sei denn, der Asylbewerber kann glaubhaft darstellen, wieso er keine Papiere besitzt, oder es liegen „Hinweise auf Verfolgung vor, welche nicht offensichtlich haltlos sind“.

Geht es den Gegnern dieser notwendigen Verschärfung des Asylgesetzes vielleicht darum, Länder, die wie die Schweiz noch unabhängig und nicht hörig sind, zu destabilisieren? Nun, das noch existierende Gleichgewicht der Schweiz wäre deutlich gefährdet, wenn das Land sich nicht gegen Scheinasylanten zu wehren wüsste. Die Destabilisierung Deutschlands ist längst erreicht worden.


XIX.

Möglicherweise wird sich ein anderer als der allgemein befürchtete, aber schon lange schwelende „Krieg zwischen den Kulturen“ vertiefen. Dabei geht es lediglich um zwei Kulturen. Auf einer Seite die Kultur ganz normaler, unpolitischer Bürger, ob in Bagdad oder Berlin, die in ihrem kurzen Leben sich nur immer dasselbe wünschen, wo auch immer sie wohnen: Genug zu essen, ein Dach über dem Kopf; Arbeit, eine Familie, Kinder, die Möglichkeit, das eigene Leben in Frieden zu entwickeln. Auf der anderen Seite jene Kultur, die immer mit Machenschaften im eigenen Sinne beschäftigt ist. Sie gewinnt nichts von einem guten Essen, von der einfachen Betrachtung von Kunst, sei sie von Menschen gemacht oder die „Kunst“ der Natur – Sonnenuntergänge, Gartenarbeit, der Wald; von der tief erholsamen Wiederspiegelung oder der einfachen Entspannung. Alles nur Zeitverschwendung, wenn es keine Macht und kein Geld bringt. Diese „Kultur“ ruht nie.

Vielleicht sagte es William Shakespeare – auch er wird bekanntlich mit Antisemitismus-Vorwürfen überzogen – am besten:

„Der Mann, der nicht Musik hat in sich selbst,
den nicht die Eintracht süßer Töne rührt,
taugt zu Verrat, zu Räuberei und Tücken;
die Regung seines Sinns ist dumpf wie Nacht,
sein Trachten düster wie der Erebus.
Trau keinem solchen!”



XX.

Ich bin kein vorbehaltloser Unterstützer von Umweltorganisationen, aber ich befürworte die sofortige Einführung von Partikelfiltern, und zwar für zionistische Verbände. Die von ihnen ausgestoßenen Schadstoffe sind nämlich für die ganze Menschheit, Juden inbegriffen, nachteilig.

Wie sagte doch Goethe zu Eckermann: „Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“

Die Majorität? In unserem Fall geht es um 0,2 % der Weltbevölkerung, meine Damen und Herren – 0,2 %! Und nur ein sehr kleiner Teil von diesen 0,2% ist angeblich besonders antisemitismusempfindlich und kommt durch die schlaue Nutzung des „Antisemitismus“ an Hebel der Macht.

Wenn meine heutigen Feststellungen auch richtig sind, so ist mir doch schmerzlich bewusst, dass ich im gewissen Sinne trotzdem Unrecht habe.

Denn wie sagte doch Marguerite Yourcenar, die erste Frau in der Académie Française:

C’est avoir tort, que d’avoir raison trop tôt.

Also: Auch wer zu früh Recht hat, hat Unrecht.